| Hinrich Schmieta |
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Hernandez Zettelsammlung Klavier stimmen Daten Bestellen Kontakt |
Folgende Texte von Dr. Hernandez sind bislang
bei Lesefutter
erschienen: Schnecken suchen Das Romanprojekt Hernandez als Arzt ![]() Schnecken suchen Rein zufällig
sei er auf diese Geschichte gestoßen, sagte er in Dr.
Hernandez' Richtung. Über einen Jungen, der mehr als tausend
Menschen das Leben gerettet habe. Mit einem Unterhemd. Der sei im
richtigen Moment an der richtigen Stelle gewesen. Das allein habe aber
nicht ausgereicht. Er selbst kenne eine Geschichte, in der mehrere der
eigenen Leute am richtigen Ort gewesen seien. Die hatten einen am Boden
liegen sehen. Er schaute zu Hernandez hinüber. Dieser Junge
sei beim Gänsehüten gewesen. Habe Schnecken gesucht
für seine Tiere. Habe das gebrochene Bahngleis gesehen, habe
gewusst, dass der Frühzug gleich kommen würde. Voll
besetzt. Sei sofort los gerannt. Dieses Moment der Aufmerksamkeit
bewege ihn, sagte er. Die eigenen Leute seien anders aufmerksam
gewesen, hatten den am Boden nur gesehen. An sich wohlmeinende Frauen
und Männer. Konnten sich aber nicht entschließen.
Hernandez summte, hm.
Das rote Unterhemd seiner Großmutter habe der Junge wild
geschwenkt. Der Lokführer habe das als Signal verstanden, den
Zug gebremst und zum Stehen gebracht. Hernandez drehte den Kopf. Haben
sich nicht entschließen können und haben den am
Boden liegen gelassen. Sind weiter gegangen. Die Geschichte sei
eigentlich ganz bekannt, sagte er. Achtundsechzig Dollar habe der Junge
als Auszeichnung von der Bahngesellschaft erhalten und für
später ein Angebot für eine Ausbildung. Dr. Hernandez
nickte gedankenversunken, ja, eigentlich eine ganz bekannte Geschichte.
Da liegt einer am Boden und schließlich kommt ein
Unbeteiligter und ruft die Samariter an. ![]() Das Romanprojekt Später hatte
Hernandez dann seinem Lehrer gegenüber gesessen, der aus der
Ferne sein Romanprojekt begleitet hatte. Und jetzt müssen sie
alles zusammenbringen, hatte der gesagt. Er hatte verschiedene Kapitel
Hernandez‘ Romanprojektes gelesen, sah aber beim besten
Willen keine Verbindung zwischen ihnen. Ich sehe beim besten Willen
keine Verbindung zwischen den einzelnen Kapiteln, die Sie da
geschrieben haben. Hernandez hatte Teile der Kapitel in Lima
geschrieben, einige Manuskripte waren in Petersburg entstanden und dort
zurückgeblieben, anderen sah man das bleichende Sonnenlicht
Arizonas an, wo H. lange warme Wintertage im Gartenhaus guter Freunde
verbracht und über die Ästhetik des Programmierens in
niederen Programmiersprachen geschrieben hatte. Keine Person, die im
nächsten Abschnitt noch erwähnt wurde, kaum ein
Sujet, dem der Autor ausführlich nachging. Nicht, dass keines
der Kapitel lesenswert gewesen wäre - im Gegenteil, jedes
für sich preisverdächtig - aber als Ganzes zerstreute
es sich in alle Richtungen. Für sich sind diese einzelnen
Kapitel beinahe preisverdächtig, sagte sein Lehrer, aber als
Ganzes zerstreut es sich nach meiner Meinung zu sehr in alle
Richtungen. Das ist es, worüber ich schreibe, bekannte
Hernandez daraufhin seinem Lehrer. Ich schreibe über die
gleichmäßige Verteilung der Zerstreuung,
über ein allumfassendes einheitliches Niveau abwesender
Bedeutung. Ihr Zerstreuungsgleichmaß möchte ich
zwischen Buchdeckeln sehen, bevor Sie sich selber vollkommen
zerstreuen. Das ist eine konkrete Aufforderung an Sie, junger Mann.
Verstehe, antwortete Hernandez.
Hernandez als Arzt Hernandez war schließlich
Arzt geworden. Zwar habe ihm die medizinische Ausbildung stets Freude
bereitet, sagte er und auch die Ausübung seines Berufes
ließe es nicht an Annehmlichkeiten mangeln, jedoch habe er
den Verdacht, dass alles, was er an der Universität und in den
verschiedenen Praktika gelernt habe, lediglich wie
überschüssiges Wissen sei. Die Patienten
kämen zu ihm und aus dem was sie sagten könne er
schon wissen, wie sie wieder gesund werden könnten, weil sie
es selber eigentlich schon wüssten, allerdings noch hilflos
wären und seiner als Medium bedürften, wodurch sie
sich des Wissens über sich selber sicherer würden.
Niemand wird sich einer medialen Aufgabe verschließen, sagte
er, ich selbstverständlich gleich gar nicht, allein ich
wünschte mir, meine Romanfiguren hätten damals
sprechen können, dass ich alles nur noch hätte
aufschreiben brauchen, wie sie es mir in die Feder diktiert
hätten, wenn sie bei mir am Schreibtisch gesessen und mir aus
ihrem Leben erzählen hätten.
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Buchtipp für den 05.09.2010 aus Dr.Hernandez' Bibliothek: Hernandez als Arzt ![]() Jetzt lesen! [Neues Fenster] Aus der Zettelsammlung der Zettel des Tages: ![]() Dienstag 800Arbeitsamt Reisepaß Bescheid des Versorgungsamtes Schwerbehindertenausweis / R.-Q fragen Bescheid der Krankenkasse Jetzt anschauen! Ausgewählte Kleinplastik des Tages: Medikamentenpackung ![]() Jetzt betrachten! [Neues Fenster] |