Ich kann nicht so wie ich will auf Klo gegen,
beklagte ich mich einmal bei Hernandez in dessen Sprechzimmer.
Ich fände oft nicht die Zeit, um überhaupt aufs Klo
zu gehen oder wenn ich dann so weit wäre, sei mein Darm nicht
bereit und das Herausquetschen selbst geringster Scheißequantitäten
zöge sich lange hin und sei recht mühsam. Das Gleichgewicht,
antwortete mir Hernandez nach einigen versonnen Augenblicken,
während derer die gesamte Aufmerksamkeit seines Blicks der
Wirbelbildung des von seiner Zigarette aufsteigenden Rauchs gegolten
zu haben schien, ist gestört. Ich sehe ihre Haut, werter
Freund,

und
kann sagen, daß die gleiche Schwierigkeit, die ihr Darm
hat, sich auch an ihrer Haut abzeichnet. Eine Frage des Gleichgewichts.
Es ist etwas in ihnen, das nicht heraus kann, aber will. Es kommt
nicht durch den Darm heraus, also sucht es sich einen anderen
Weg und der ist in ihrem Fall ihr Gesicht mit all den unschönen
Rötungen und Pickeln. Ich wüßte, gab ich zurück,
die Methode der ganzheitlichen Betrachtung zwar zu schätzen
und hätte ihn schließlich um Rat gebeten, aber die
Vorstellung, daß mein Darminhalt sich durch mein Gesicht
entleere, sei doch sehr befremdlich. Ich hätte zumindest
Grundkenntisse der Funktionen des Körpers in der Schule erworben
und hielte diesen Zusammenhang für vollkommen abwegig. Zwar
gehe es ihm ähnlich, mit dem Unterschied, das seine Kenntnisse
nicht nur aus seiner sicherlich unzulänglich zu nennende
Schulbildung gespiesen worden seien, antwortete Hernandez mir,
er habe studiert und an verschiedensten Orten der Welt Erfahrungen
auf seinem Gebiet gesammelt, aber ihm erhärteten sich in
letzter Zeit Beobachtungen, die sich in einer Gleichgewichtstheorie
zusammenfassen ließen und der die zunächst erstaunlich
zu nennende Annahme der Möglichkeit einer gesichtsansässigen
Darmentleerung nicht entgegen stünde. Ich erklärte mein
grundsätzliches Interesse an seinem Theorieentwurf, sagte
auch, daß ich der Entstehung neuen Wissens gegenüber
stets aufgeschlossen sei. Ich gäbe aber hier zu gedenken,
sagte ich, daß es sich bei dieser Diagnose um eine für
meine Person unerquickliche Annahme über die Funktion meines
eigenen Körpers handele, der zu folgen mir allerdings nicht
leicht falle. Die Nachricht an Fäkalgesichtigkeit zu leiden,
ereile mich unvorbereitet, ich sei... Hernandez unterbrach mich,
er habe von Gleichgewichtsstörungen und nicht von Fäkalgesichtigkiet
gesprochen. Jedenfalls, setzte er nach, solle mir geholfen werden
und das Gleichgewicht müsse auf die Probe gestellt werden,
damit es sich wieder einstellen könne. urch einen Orts-
und Tapetenwechsel sei das am einfachsten zu erreichen. Er nahm
seinen Zettelblock und verschrieb mir ein Fernreise zu je 1500
Kilometer einfacher Strecke, die am besten noch heute, spätestens
aber morgen anzutreten sei und wünschte mir in seiner mitunter
unangenehm direkten Art gute Genesung, bat mich zur Tür hinaus
und ich stand einigermaßen überrumpelt auf der Straße,
die meinen Darminhalt in Gegenbewegung und mich selber ins Gleichgewicht
befördern sollte.sei das am einfachsten zu erreichen. Er
nahm seinen Zettelblock und verschrieb mir ein Fernreise zu je
1500 Kilometer einfacher Strecke, die am besten noch heute, spätestens
aber morgen anzutreten sei und wünschte mir in seiner mitunter
unangenehm direkten Art gute Genesung, bat mich zur Tür
hinaus und ich stand einigermaßen überrumpelt auf
der Straße, die meinen Darminhalt in Gegenbewegung und
mich selber ins Gleichgewicht befördern sollte.